
Spree, Berlin
Oben zu sehen sind Mutterkörner, von einer Getreideähre “gepflückt”. Es handelt sich dabei jedoch keinesfalls um Getreidekörner sondern Pilzgewebe (Mycel), welches aus der kornproduzierenden Drüse wächst und kornähnliche Form annimmt. Es fällt mit den “echten” Körnern zu Boden (bzw. wird mitgeerntet) und bildet bei ausreichender Feuchtigkeit und Temperatur Fruchtkörper, die Sporen ausstreuen, welche wiederum neue Getreideähren infizieren. Mutterkorn enthält unter anderem Lysergsäure, ein Alkaloid, aus dem erstmalig LSD-25 synthetisiert wurde. Da LSD selbst nicht natürlich vorkommt, seine Ausgangssubstanz aber schon, wird es als “halbsynthetisch” bezeichnet.

Dieses Bild stellt kein Beispiel für eine Meinung dar. Es dient ausschließlich dekorativen Zwecken.
Worüber ich nichts weiß, kann ich keine Meinung haben (höchstens ein Gefühl).
Die meisten Menschen setzen Gefühl, Glaube, Vermutung, Verdacht, Idee und Wissen gleich – eine vernünftige Diskussion ist so nicht möglich.
Gefühle sind nicht natürlich / magisch / echt, sie werden maßgeblich beeinflusst durch Erfahrung, Wissen, Kultur, Erziehung, Sozialisation … ohne das uns dies bewusst ist.
Aus Gefühlen resultieren Einstellungen und Ideologien, sie sind das Gegenteil von Openmindedness und die größten Feinde der freien Entfaltung von Gedanken und eines gedeihlichen Miteinanders.
Nur die genaue Beobachtung und Analyse von Phänomenen ist hilfreich bei der Lösung von Problemen, Meinungen sind Un-Sinn. Das einzige, was bei einer Meinung der Fall ist, ist, dass sie meine ist, ansonsten hat sie keine Substanz, sie ist Füllmaterial für Wissensabwesenheit: Gedankenstyroporkügelchen. Eine Meinung ist genauso viel Wert wie eine Krankheit: Die kann man auch haben oder nicht, aber besser lebt es sich ohne. Genau genommen ist die Meinung sogar eine Geisteskrankheit; ein gesunder Geist verzichtet auf eine Meinung wie ein gesunder Körper auf eine Krankheit verzichtet.
Bei genauer Betrachtung und Analyse eines Phänomens können wir sagen, dies und das ist der Fall, wir können das empirisch nachprüfen und gegebenenfalls falsifizieren. Dann können wir sagen, wir hätten uns geirrt. Wenn wir aber etwas meinen, dann können wir später nicht sagen, wir hätten uns vermeint. Die Meinung bleibt wie ein Fußabdruck auf frisch gegossenem Beton.