VOM MUTTERKORN ZUM LSD

Mutterkorn

3 Mutterkörner (Dauerformen des Mutterkornpilzes)

Oben zu sehen sind Mutterkörner, von einer Getreideähre „gepflückt“. Es handelt sich dabei jedoch keinesfalls um Getreidekörner sondern Pilzgewebe (Mycel), welches aus der kornproduzierenden Drüse wächst, kornähnliche Form annimmt und die Dauerform (Überwinterungsform) des Mutterkornpilzes (Claviceps purpurea) darstellt. Es fällt mit den „echten“ Körnern zu Boden (bzw. wird mitgeerntet) und bildet bei ausreichender Feuchtigkeit und Temperatur Fruchtkörper, die Sporen ausstreuen, welche wiederum neue Getreideähren infizieren. Mutterkorn enthält unter anderem Lysergsäure, ein Alkaloid, aus dem erstmalig LSD-25 synthetisiert wurde.  Da LSD selbst nicht natürlich vorkommt, seine Ausgangssubstanz aber schon, wird es als „halbsynthetisch“ bezeichnet.

Mutterkorn enthält viele weitere Substanzen, mit z.T. psychoaktiver, medizinaler oder toxischer Wirkung. Das Ergotamin ist die gefürchtetste und sorgte im Mittelalter für epidemische Lebensmittelvergiftungen (ganze Dörfer erkrankten am „Antoniusfeuer“ – bei dem ganze Gliedmaßen absterben können – als sie mit verunreinigtem Getreide gebackenes Brot gegessen hatten). Erst nachdem das Mutterkorn als Quelle der Epidemien ausfindig gemacht wurde, konnten geeignete Verfahren entwickelt werden, um es aus dem Getreide zu sortieren. [Hinweis: Da sich giftige und psychedelische Inhaltsstoffe des Mutterkorns nicht einfach voneinander trennen lassen, ist von einem Experimentieren damit dringend abzuraten.]

Bedruckte Papierfilze

Papierfilze mit Motiv bedruckt, die sublingual ihren Wirkstoff freigeben.

Da viele Mutterkornalkaloide Wehen auslösen, wurde Mutterkorn in der Volksmedizin als Abtreibungsmittel verwendet (daher auch der Name Mutterkorn). Auch die Pharmaindustrie begann sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für die unterschiedlichen medizinischen Wirkungen der einzelnen enthaltenen Substanzen genauer zu interessieren. Der Chemiker Albert Hofmann erforschte sie beispielsweise für die Firma Sandoz in Basel und modifizierte sie leicht, um Unterschiede in deren Wirkungen auf den Organismus festzustellen. Das 25. Derivat einer Versuchsreihe wurde „LSD-25“ gekennzeichnet und sollte 20 Jahre später in der Hippie-Bewegung zu einer der beliebtesten psychedelischen Drogen werden.

Herkömmliches LSD kann heute auch vollsynthetisch hergestellt werden, was aber sehr aufwendig und somit teuer ist. Denkbar ist daher auch die Gewinnung von Lysergsäure aus Mutterkornpilzkulturen und deren Weiterverwandlung zu Lysergsäurediethylamid (LSD).

Steve Jobs, der Apple-Mitbegünder und „Erfinder“ des iPhones bezeichnete die Einnahme und Wirkung von LSD übrigens als eine der wichtigsten Erfahrungen seines Lebens.

(Hinweis: Die Einnahme von LSD ist mit gesundheitlichen und psychischen Risiken verbunden. LSD ist im Betäubungsmittelgesetz aufgelistet, somit sind Besitz, Herstellung, Weitergabe und Handel strafbar.)

Mutterkornpilz – Wikipedia
Mutterkorn – Wikipedia
Bilder zu Claviceps purpurea (via Google)

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12 Kommentare zu VOM MUTTERKORN ZUM LSD

  1. junkie69 sagt:

    Wie mache ich daraus jetzt LSD? wail ich suche da jetz schon seid 2 stunden und hab noch nix gefunden. vielleicht könnte mir ja einer von euch helfen. danke schonmal im voraus

    • Marko sagt:

      Da empfehle ich Dir ein Studium der Chemie oder der Pharmazie. Außerdem solltest Du das Betäubungsmittelgesetz kennen (Herstellung ohne Erlaubnis ist leider strafbar). Viele Grüße

      • junkie69 sagt:

        Ok danke für den tipp mit dem Studium, aber weisst du wo mabn vielleivht unabhöngig davon Tipps kriegen kann, denn sind wir mal ehrlich: Illegal, legal egal 😉

    • Erik sagt:

      Ich rate dir dringend bin ab mit Mütterkorn zu arbeiten bzw. in welcher Form auch immer zu verzehren, da Mutterkorn nämlich schon bei geringen Mengen tödlich sein kann.

  2. LarryLustig sagt:

    Er hätte erwähnen sollen, dass es sich beim Mutterkorn nicht um einfaches Mycel handelt, sondern die Dauerform (Sklerotium), welche aufgrund ihrer festen Konsistenz Schutz vor Witterungseinflüssen (im Winter) bietet und aus der im Frühjahr die Fruchtkörper auswachsen welche die Sporen freisetzen. Man spricht im Normalfall auch nicht von der „kornproduzierenden Drüse“. Eine bessere Formulierung wäre: wenn die Spore des Pilzes auf die Narbe des Gynoeceums des Getreidährchens fällt, wächst die Keimhyphe des Pilzes in den Fruchtknoten usw….
    Liebe Grüße,
    Larry

    • Doktor Nihil sagt:

      Lieber Larry,

      vielen Dank für Deinen Hinweis. Ich war der Meinung, die Erwähnung des Wortes „Dauerform“ in der Bildunterschrift würde als Ergänzung zum Text ausreichen. Die „kornproduzierende Drüse“ ist eine Erfindung des Autors, der ganz bewusst auf „Narbe des Gynoeceums“ verzichtet hat, da es ihm nicht um eine biologisch exakte Beschreibung der Getreideähre ging, sondern um eine stark vereinfachte, leicht verständliche Darstellung. Sicher zuckt es in einer Mykologin oder einem Biologen kurz zusammen, wenn sie oder er das lesen, aber sie sind nicht die Zielgruppe des Artikels. Der Artikel soll auch für die Tante des Autors, die weder Hochschulabschluss noch Abitur hat, verständlich sein. Und nun steht das Gynoeceum ja auch als ergänzender Hinweis im Kommentarfeld, somit ist der Autor fein raus und muss nix ändern. 😉

      Lieben Gruß zurück,

      Marko / Doktor Nihil

      • Guten abend meine damen und herren, ich bin heissen maedchennamen hoerig na und……Also mutterkornpilze,
        Dann, wie lange haelt das im Schwarzen tee eingetroefelt an, Kann ich nicht einfach, ein fliegenpilz destillat mit schnaps aromatisiert, pipettenhaft verzoegern.
        Und Roggenaehren gehn wohl nicht……???
        Oder internetapotheke….oder Psst: Stammapozheke Bluetenpollen tabs.
        Da entdeckst fuer Waapuppen Coolipra und Fliedera, Sandra und dann will dich , die , du die passt ihre Erotik deinem Gehoersinn an…..Sanofi-Hoechst-Aventis, ja bauen Sie mit Zementis…

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