SCHLAGER-KRITIK

Verdammt! Und dann stehst Du im Regen, und niemand der hält Dir den Schirm. Und Deine Seele, die ….

  • ➜ quillt auf
  • ➜ löst sich auf
  • ➜ weicht auf
  • ➜ saugt sich voll, wie ein Schwamm
  • ➜ wird platschnass
  • ➜ wird weggespült

wären passende Formulierungen, um diesen Satz sinnvoll zu beenden; aber Wolfgang Ziegler war der Meinung, dass „erfriert“ hier besser passt. Ds mcht mch krnk.

 

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2 Antworten auf SCHLAGER-KRITIK

  1. Doktor Nihil sagt:

    Hallo Jens. Danke für Deinen Kommentar, den ich erst jetzt schaffe, zu beantworten.

    Nun, was soll ich sagen? Es handelt sich hier ja um einen Hit aus der damals noch existierenden DDR. Wir hatten ja nüscht. Von Deutschkenntnissen und einem rudimentären Verständnis von logischen Zusammenhängen ganz zu schweigen. Aber vielleicht ist das ja auch gerade das Erfolgsrezept dieses Schlagers: Es ist einfach totaler Nonsense und jeder, der es hört, denkt “HÄH”?. Und schon hat es sich eingebrannt, dieses Lied, in dem einem niemand den Schirm hält, während die Seele im Regen baumelt bzw. erfriert.

    Interessant in diesem Zusammenhang: Der erste große Überhit von Roland Kaiser “Santa Maria” war nach Angaben des Interpreten auch ein absoluter Nonsens-Text, der über Nacht als überhaupt nicht ernst gemeinte Antwort auf die Ablehnung eines anderen Textes für das gleiche Lied bei der Plattenfirma war.

    Wir stellen also fest: “Sinn durch Nicht-Intentionalität” ist nicht nur beim Zen-Buddhismus ein Leitmotiv sondern auch Garant für finanziellen Erfolg in der Schlagerbranche.

  2. Jens joost sagt:

    jap, absolut… dazu kann ich noch hinzufügen: und niemand, der hält dir den Schirm. Es heißt, und niemand, der dir den Schirm hält… Absolut, bei Regen soll die Seele erfrieren. Macht keinen Sinn. Ich würde den ganzen Satz überhaupt nicht verwenden. Er ist von Anfang an profan und soll in Möchtegern-poetischer Manier wohl Verlassenwerden ausdrücken. Was aber wiederum doof ist, da nicht Verlassenwerden die Seele zwangsläufig erfrieren lässt, sondern das eigene Entfremden. Ein Verlassenwerden, dass dazu führt, dass man sich selbst näher kommt, ist dementsprechend positiv.
    Würde mich über regen Austausch freuen.

    LG

    Jens

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